Laura Nettelbeck x Consteed

Manche technischen Entwicklungen lernt man erst kennen, wenn sie längst etabliert sind, andere darf man beinahe von Anfang an begleiten. Bei Consteed war es für mich tatsächlich so, dass ich schon beim Launch-Event dabei war und das System von Beginn an unglaublich spannend fand, denn die Möglichkeit, Belastungsverteilungen und Veränderungen im Gangbild nicht nur zu beobachten, sondern zusätzlich messbar zu machen, ergänzt meinen Blick auf Pferde und Bewegung auf eine besondere Weise.

 

Relativ bald hatte ich deshalb auch ein eigenes System für meine Stute Lucia. Nicht, weil ich jede Bewegung ständig vermessen möchte oder weil Zahlen für mich wichtiger wären als das Pferd selbst, sondern weil die Messungen mir eine zusätzliche Perspektive ermöglichen. Ich habe das System immer wieder in unregelmäßigen Abständen genutzt, besonders während oder nach Verletzungen, wenn sich die Frage gestellt hat, ob wir bereits wieder vorsichtig ins Training einsteigen können oder ob der Körper noch mehr Zeit benötigt.

 

Nach einer Verletzung ist der Übergang zurück ins Training schließlich selten vollkommen eindeutig. Ein Pferd kann im Alltag bereits wieder unauffällig wirken, trotzdem kann die Belastung der Beine noch nicht vollständig ausgeglichen sein. Gleichzeitig möchte man natürlich auch nicht länger als notwendig in einer sehr niedrigen Belastung bleiben, denn gezielte Bewegung ist ein wichtiger Teil der Rehabilitation. Für mich geht es deshalb immer darum, den passenden Zeitpunkt zu finden, an dem Bewegung wieder gesteigert werden kann, ohne das Pferd zu überfordern.

Die Consteed-Messungen helfen mir in solchen Phasen dabei, Veränderungen nachvollziehbarer zu beurteilen. Ich kann vergleichen, wie Lucia ihre Gliedmaßen zu unterschiedlichen Zeitpunkten belastet, ob sich bestehende Unterschiede verringern und ob eine Erhöhung der Trainingsintensität plausibel erscheint. Die Messwerte treffen dabei keine Entscheidung für mich, sie liefern aber zusätzliche Informationen, die ich mit dem sichtbaren Gangbild, meinem osteopathischen Befund, Lucias Verhalten und ihrem Gefühl im Training zusammenführe.

 

Genau diese Kombination ist für mich entscheidend, denn ein Pferd besteht nicht aus einzelnen Zahlen und auch eine Asymmetrie hat nicht automatisch nur eine einzige Ursache. Tagesform, Trainingszustand, Hufbalance, Untergrund, Spannung, Koordination, Schmerzen oder erlernte Bewegungsmuster können Einfluss darauf haben, wie ein Pferd seine Beine belastet. Die Messung ist deshalb kein Ersatz für Erfahrung, Beobachtung oder eine tierärztliche Untersuchung, sondern eine wertvolle Ergänzung, mit der sich bestimmte Veränderungen objektiver darstellen und Entwicklungen besser vergleichen lassen.

 

Inzwischen habe ich Consteed bei mehreren Veranstaltungen begleitet und das System in ganz unterschiedlichen Situationen erlebt. Dabei wurde für mich immer deutlicher, wie sinnvoll es sein kann, wenn Besitzerinnen nicht nur ein Gefühl dafür haben, dass ihr Pferd auf einer Seite anders läuft oder ein Bein weniger belastet, sondern diese Beobachtung durch eine Messung ergänzen können. Ebenso spannend ist es, wenn eine erneute Messung sichtbar macht, dass sich nach einer Trainingsveränderung, einer Behandlung oder einer Rehabilitationsphase tatsächlich etwas verändert hat.

 

Mittlerweile verfüge ich über die Messsysteme in allen Größen und kann dieConsteed-Ganganalyse daher auch für eure Pferde anbieten. Die Messung eignet sich beispielsweise, wenn euch im Gangbild etwas auffällt, ohne dass ihr es genau einordnen könnt, wenn ihr die Entwicklung nach einer Verletzung begleiten möchtet, wenn ihr vor und nach einer Trainings- oder Behandlungsphase vergleichen wollt oder wenn ihr einfach genauer verstehen möchtet, wie euer Pferd seine vier Beine belastet.

 

Während des Termins wird das Pferd mit den passenden Messhufschuhen ausgestattet und anschließend im Schritt und Trab vorgestellt. Die Daten werden direkt erfasst und danach gemeinsam ausgewertet. Dabei geht es mir nicht darum, einzelne Werte isoliert zu betrachten oder aus jeder kleinen Abweichung ein Problem zu machen, sondern darum, die Messung in das gesamte Bewegungsbild des Pferdes einzuordnen und verständlich zu erklären, welche Beobachtungen relevant sein könnten.

 

Allgemeine Hinweise und erste Gedanken zu möglichen nächsten Schritten gebe ich euch im Rahmen der Auswertung gern mit. Eine osteopathische Untersuchung oder Behandlung, eine konkrete Trainingseinheit oder eine ausführliche therapeutische beziehungsweise trainingsbezogene Anleitung sind jedoch nicht Bestandteil der Ganganalyse und können bei Bedarf separat gebucht werden.

 

Für mich schließt sich damit ein schöner Kreis: von der ersten Begegnung mit Consteed beim Launch-Event, über die regelmäßigen Messungen mit Lucia und die Begleitung verschiedener Veranstaltungen, bis hin zu der Möglichkeit, das System nun selbst in allen Größen anbieten zu können. Aus einer spannenden technischen Neuerung ist für mich über die Zeit ein Werkzeug geworden, das ich besonders dann schätze, wenn Beobachtung, Erfahrung und messbare Veränderungen gemeinsam ein genaueres Bild ergeben.

 

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