Sattelunterlagen

In einem anderen Artikel habe ich bereits über den Rücken und die Sattellage geschrieben. Ich habe euch auch erklärt, wie ihr den Rücken eures Pferdes abtasten könnt. Wer den Artikel noch nicht gelesen hat, es aber gern tun möchte :) klickt bitte hier.

 

Heute möchte ich auf Sattelunterlagen eingehen und die Möglichkeiten, die sie bieten. Dabei geht es mir weniger um die neuste Eskadron Kollektion, sondern vielmehr um korrigierende Unterlagen. Die Meinungen dazu gehen stark auseinander und für mich gilt wie immer: Es kommt drauf an!

 

Soviel vorweg: Natürlich ersetzt eine Sattelunterlage keinen passenden Sattel. Der Sattel sollte zu Pferd und Reiter passen und keinen von beiden einschränken und natürlich vor allem keine Schmerzen bereiten. Korrigierende Sattelunterlagen sind häufig praktisch um auf kleine Veränderungen des Pferdes schnell reagieren zu können.

 

Ich nutze am liebsten Pads mit jeweils drei, also insgesamt sechs Kammern. Mit den Einlagepads für den vorderen, mittleren und hinteren Bereich kann man sehr präzise auf Passformprobleme reagieren.

So lassen lassen sich trainings- oder saisonbedingte Veränderungen schnell ausgleichen und viele Probleme lassen sich vermeiden.

 

Beispiel 1: Die Koppelsaison hat begonnen, das Pferd rundet sich etwas.

Meist wird dadurch der Sattel vorn etwas angehoben, was dazu führt, dass der Sattel nach hinten kippt.

In solchen Situationen ist ein Ausgleichspad mehr als praktisch, da das Pferd sich in solchen Zeiten nahezu täglich verändert und eine Korrektur des Sattels ein oder zwei Wochen später schon wieder überholt sein könnte. Dennoch soll der Sattel natürlich nicht nach hinten kippen und Druckstellen produzieren. Man kann nun also mit einem Korrekturpad die Veränderung ausgleichen und den hinteren Bereich anheben. Wichtig ist die Lage des Sattels ständig zu kontrollieren, damit nicht am Ende das Korrekturpad für einen falsche Schwerpunkt sorgt.

 

Beispiel 2: Das Pferd hatte eine Pause.

Krankheit bei Pferd oder Reiter, keine Zeit, keine Lust - es gibt viele Gründe warum das Pferd mal für einige Zeit weniger trainiert wurde. Man sagt, dass nach ca. 3 Tagen der Muskelabbau beginnt. Die trainierte Muskulatur erschlafft, wird optisch weniger. Das führt häufig dazu, dass der Sattel nach vorne kippt. In diesen Fällen würden wir die vorderen Einschubtaschen des Pads nutzen um den Sattel vorne wieder aufzurichten damit das Pferd unter dem weichen Polster die Muskulatur uneingeschränkt aufbauen kann. Sobald sich der Muskel aufgebaut hat und der Sattel auch ohne Pad wieder im Schwerpunt liegt, kann die Einlage wieder entnommen und das Pad entwerder als normales Sattelpad weiterverwendet werden oder in den Schrank wandern.

 

Am liebsten arbeite ich mit den ganzen schlichten Moosgummipads, da ich sie am präzisesten finde. Viele Pferdebesitzer möchten jedoch nicht auf Lammfell verzichten. Bislang gab es Lammfellpads fast nur mit jeweils zwei, also vier Kammern. Ich nutze bevorzugt die mit drei Kammern, weil die Veränderung sich präziser gestalten lässt. Wenn ich zum Beispiel den Sattel hinten anheben möchte lege ich in die vorderen Fächer keine Einlage, in die mittleren jeweils eine Einlage und in die hinteren jeweils zwei.

Seit diesem Jahr gibt es bei Kraemer* auch ein Lammfellpad mit drei Kammern. Wir nutzen es aktuell bei einem meiner Trainingspferde und ich bin sehr zufrieden mit den Möglichkeiten und der Qualität.

 

Denkt nur unbedingt daran, dass ihr den Sattel vorne anhebt, wenn ihr mit Lammfellpads arbeitet. Passt der Sattel also grundsätzlich auf euer Pferd und liegt im Schwerpunkt kann es passieren, dass durch das Unterlegen eines Lammfells der Sattel vorne angehoben wird und nun nach hinten kippt.

Und auch ganz wichtig: Wenn es richtig drückt, drückt auch Lammfell! Häufig wird versucht Druckstellen am Schulterblatt mit lammfell zu verhindern, damit ist Lammfell allerdings meist "überfordert". Es wird platt gedrückt und erzeugt dann trotzdem Druckstellen. Auch Gel kann meist nicht genug ausrichten.

 

In solchen Fällen empfiehlt sich eine Unterlage aus 3D Mesh Material. Ihr findet dazu verschiedene Varianten in meinem Shop. Das Material stammt aus der Krankenpflege und sorgt auch dort dafür, dass Patienten sich nicht wundliegen. Bei Pferden mit sehr großer Schulter oder auch Pferde mit wenig Muskulatur sind diese Pads für mich DAS Mittel der Wahl.

 

Der Nutzung von Ausgleichpads im Allgemeinen sind natürlich Grenzen gesetzt – diese können nicht vollständig die Polsterarbeiten eines Sattlers ersetzen bzw. Sättel mit schwerwiegenden Passformproblemen ausgleichen. Also, guckt genau hin, lasst euch beraten und beobachtet eure Pferde genau.

 

Und wenn ihr Fragen habt, fragt mich gern!

 

Fotos: Sonja Rommerskirch, privat

 

*Werbung wegen Markierung

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